Wäre ein Neubau günstiger?

MdL Steffen Vogel machte sich ein Bild vom Zeiler Hallenbad –

ZEIL a.M. In den vergangenen Tagen und Wochen wurde die Zukunft des Zeiler Hallenbades breit diskutiert, nachdem der Stadtrat beschlossen hat, dass Bad zur Mitte des Jahres 2019 zu schließen, sollte es keine ausreichende Förderung für eine Generalsanierung geben.

Nachdem Bürgermeister Stadelmann den örtlichen Landtagsabgeordneten Steffen Vogel angeschrieben und um politische Unterstützung gebeten hatte, fand nun ein Besichtigungstermin vor Ort mit Vogel statt, bei dem neben Stadelmann auch der Bademeister Harald Gopfert und der Vorsitzende des Schwimmclubs Haßberge, Julian Müller, teilgenommen haben.

Bürgermeister Stadelmann berichtete dem Stimmkreisabgeordneten, dass bereits im Jahr 2001 eine Untersuchung zum Sanierungsbedarf angefertigt worden war. Damals sei der Sanierungsbedarf auf 2,1 Million Deutsche Mark angesetzt worden. Mittlerweile sei bei einer Generalsanierung mindestens von 6,7 Millionen Euro Gesamtkosten auszugehen. Nach Abzug einer Förderung aus dem Finanzausgleich rechnet Stadelmann mit einer Eigenbeteiligung der Stadt Zeil zwischen 3,2 und 3,8 Millionen Euro, die nicht zu stemmen seien.

Vogel berichtete, dass die besondere Situation der kommunalen Schwimmbäder in Bayern und die Herausforderung der Sanierungsbedürftigkeit in München erkannt worden sind und es deshalb der Wunsch aller Parteien im Landtag sei, dass es ab dem nächsten Jahr eine Sonderförderung für den Erhalt von kommunalen Schwimmbädern geben soll.

Die Frage der konkreten Ausgestaltung der Förderrichtlinie sei jedoch sehr kompliziert, weil gerade die Bäder gefördert werden sollen, in den Schwimmunterricht stattfindet und keine teuren Spaßbäder. Auch müssten nach Ansicht des Abgeordneten finanzschwache Kommunen wie Zeil eine höhere Förderung bekommen, als finanzstarke Städte und Gemeinde. Die genauen Förderrichtlinien müssen dabei mit den kommunalen Spitzenverbänden, wie bayerischer Gemeindetag und Städtetag, abgestimmt werden, was Zeit in Anspruch nehme.

Deshalb wurde von Seiten der Staatsregierung mit den Kommunen die Arbeitsgruppe „Schwimmbadförderung“ eingesetzt, die bereits mehrfach getagt hat und die Ergebnisse noch in diesem Jahr vorlegen wird, damit die Förderung für das Jahr 2019 auch für Zeil fließen kann, erläuterte Vogel.

Auch Julian Müller bestätigte, dass er als Vorsitzender des Schwimmclubs Haßberge zahlreiche Rückmeldungen aus anderen Regionen Bayerns erhalten habe, die vor ähnlichen Problemen stünden, wie Zeil. Nach seinen Informationen würden in ganz Bayern etwa 287 Bäder sanierungsbedürftig sein.

„Allein wenn man nur von der Größe des Bades in Zeil ausgeht und den hier sichtbaren und geschätzten Sanierungsbedarf mit der Zahl der angeblich sanierungsbedürftigen Bäder in Bayern multipliziert kommt man auf etwa 1,8 Milliarden Euro Baukosten“, so MdL Vogel. In Anbetracht dieser Zahlen ist verständlich, dass die Staatsregierung keinen Schnellschuss machen kann, sondern angesichts des beträchtlichen Bedarfs eine Förderung auf den Weg bringt, die gezielt kleine Bäder in finanzschwachen Kommunen wie Zeil unterstützt und nicht Kommunen mit der Gießkanne in ganz Bayern.

Nach der Begehung des Bades äußerte Vogel aber die Befürchtung, dass nach seiner laienhaften Einschätzung eine Generalsanierung bei dem Bad mit den gravierenden Mängeln möglicherweise wesentlich teurer sei, als ein Neubau, zumal bei einer Generalsanierung dann das Bad für Jahre geschlossen bleiben müsste.

Eine Generalsanierung bringe immer auch das Risiko mit sich, dass weitere Baumängel und damit weiterer Sanierungsbedarf notwendig sei, als anfangs gedacht. „Manch eine Generalsanierung hat sich als Fass ohne Boden erwiesen“. Dem stimmte Bürgermeister Thomas Stadelmann durchaus zu. Man habe aber derzeit noch keine Gegenüberstellung der Kosten für eine Generalsanierung im Vergleich zu einem Neubau erstellen lassen, weil diese auch wieder viele tausend Euro kosten würde.

Julian Müller regte in diesem Zusammenhang an, ob es nicht sinnvoll sein, mit den umliegenden Kommunen gemeinsam das Bad zu sanieren oder neu zu bauen. Auch Bürgermeister Thomas Stadelmann zeigte sich offen für ein „Allianzbad“, hätte aber natürlich gerne, dass Zeil der Standort bleibe. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der bisherige Standort mit der Anbindung an die Schulen ideal sei.

Abschließend sicherte der Abgeordnete zu, sich bei der Staatsregierung dafür einzusetzen, dass eine möglichst hohe Förderung für die kommunalen Schwimmbäder in die Wege geleitet wird. Auch wird Vogel am runden Tisch zur Zukunft des Hallenbades in Zeil teilnehmen, zu dem der Schwimmvereinsvorsitzende Julian Müller am 18.Mai eingeladen hat.