Kindertagesstätten sind der soziale Mittelpunkt im Ort

UNSLEBEN – Überzweieinhalb Stunden haben kürzlich Erzieherinnen und Erzieher, Trägervereinsvertreter und Bürgermeister beim „Werkstattgespräch Kinderbildung und –betreuung in Bayern und in Rhön-Grabfeld“ mit Domkapitular Clemens Bieber und MdL Steffen Vogel in der Krone-Schenke diskutiert. Zu dem Werkstattgespräch hatte MdL Steffen Vogel, als zuständiger Berichterstatter für das Thema im Landtag, eingeladen. Vogel ist selbst Trägervereinsvorsitzender und Vater dreier Kinder und damit mit den Herausforderungen der Kindertagesstätten vertraut.

Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf aus Höchheim wies auf die besondere Herausforderung von kleinen Einrichtungen auf dem Land hin, die besondere Unterstützung benötigen würden. „Die Kindertageseinrichtungen sind in der Summe für mich ein Umschlagplatz und Treffpunkt für die Menschen und sie leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Kultur in unseren Wohngemeinden. Die Landkindergartenregelung in Unterfranken wollen wir als Kirche erhalten und wir sehen auch die Motivation für die Einrichtung in den Händen von Vereinen besser gewährleistet.“ Dies betonte Domkapitular und Diözesan-Vorsitzender der Caritas Unterfranken, Clemens Bieber.

Die Landkindergartenregelung gebe es nur durch den enormen Einsatz von Landtagspräsidentin Barbara Stamm und durch sie könne man auch kleine Einrichtungen erhalten, wenn keine 25 Kinder mehr in der Gruppe vorhanden seien. Von den 503 Kindergärten in Unterfranken habe man den hohen Anteil von 25% an eingruppigen Kindergärten und von denen fielen wiederum die Hälfte unter die Regelung eines Landkindergartens. „Im Vergleich zu anderen Bundesländern trägt Bayern mit dieser Regelung dazu bei, den Lebensraum zu erhalten. In kleinen Dörfern ist oft die Kindertageseinrichtung der soziale Mittelpunkt im Ort“, betonte Clemens Bieber.

MdL Steffen Vogel stellt die rasante Entwicklung in den vergangenen 10 Jahren im Landkreis Rhön-Grabfeld heraus. So wurden in dieser Zeit 673 Krippenplätze durch die Kommunen geschaffen. Insgesamt hätte der Staat über 10 Millionen Euro an Fördergeldern gewährt, um den Kommunen unter die Arme zu greifen. 4,6 Millionen wären Bundesmittel gewesen, die der Freistaat mit 5,6 Millionen Euro aufgestockt habe. Vogel verwies in diesem Zusammenhang auf das 4.Sonderinvestitionsprogramm mit dem der Freistaat die Schaffung von 30.000 neue KiTa-Plätze unterstützen will. Zusätzlich zu der FAG-Förderung in Höhe von 50 Prozent kommen weitere 35 Prozent, so dass die Kommunen mit einer Förderquote von 85 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen können. „Die Voraussetzung zur Schaffung neuer Plätze sind hervorragend“, so MdL Steffen Vogel. Anträge könnten noch bis zum 31.August 2019 gestellt werden.

Aber auch die Qualität in den Einrichtungen wurde von den Erzieherinnen diskutiert. MdL Steffen Vogel erläuterte dazu, dass der förderrelevante Anstellungsschlüssel von 1:12,5 bereits auf 1:11,0 gesenkt wurde. Im Schnitt liege der Anstellungsschlüssel in Rhön-Grabfeld bei 1:9,91 was so gut wie nie ist. Vogel und Bieber zollten den Erzieherinnen ihre große Anerkennung für die Arbeit. „Unsere Kinder werden vielfältiger und die Eltern auch fordernder“, so Clemens Bieber. „Wir wissen und schätzen, was Sie leisten“, ergänzte Vogel. Der Abgeordnete verwies darauf, dass eine weitere Absenkung des Anstellungsschlüssels derzeit nicht durchführbar sei, weil an vielen Orten Fachkräfte fehlen würden, obwohl die Ausbildungskapazität um 50 Prozent gesteigert wurde. „In ganz Bayern haben wir heute doppelt so viel Personal in den Kindertagesstätten als noch 2006“, so Vogel. Weitere Themen des Werkstattgesprächs war die Frage des Ausbaus der Horte, eine stärkere Gewichtung der unter Dreijährigen. MdL Steffen Vogel sprach sich für eine Stärkung und Entlastung der Leitungen von Kindertagesstätten im bürokratischen Aufwand, um so die pädagogische Arbeit zu verbessern.

 

Das Bild zeigt MdL Steffen Vogel, der sich bei Domkapitular Clemens Bieber für die Teilnahme am Werkstattgespräch „Kinderbildung- und Betreuung im Landkreis Rhön-Grabfeld“ bedankte.